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Klaggesang von der edlen Frauen des Asan Aga

 Aus dem Morlackischen
Was ist Weißes dort am grünen Walde?
Ist es Schnee wohl, oder sind es Schwäne?
Wär es Schnee, er wäre weggeschmolzen;
Wären's Schwäne, wären weggeflogen.
Ist kein Schnee nicht, es sind keine Schwäne,
's ist der Glanz der Zelten Asan Aga.
Nieder liegt er drin an seiner Wunde.
Ihn besucht die Mutter und die Schwester;
Schamhaft säumt sein Weib, zu ihm zu kommen.
Als nun seine Wunde linder wurde,
Ließ er seinem treuen Weibe sagen:
»Harre mein nicht mehr an meinem Hofe,
Nicht am Hofe und nicht bei den Meinen.«

­ Wolken sind kein Schnee und es sind keine Schwäne 0995

Als die Frau dies harte Wort vernommen,
Stand die Treue starr und voller Schmerzen,
Hört der Pferde Stampfen vor der Türe,
Und es deucht ihr, Asan käm, ihr Gatte,
Springt zum Turme, sich herabzustürzen.
Ängstlich folgen ihr zwei liebe Töchter,
Rufen nach ihr, weinend bittre Tränen:
»Sind nicht unsers Vaters Asan Rosse,
Ist dein Bruder Pintorowich kommen!«
Und es kehret die Gemahlin Asans,
Schlingt die Arme jammernd um den Bruder:
»Sieh die Schmach, o Bruder, deiner Schwester!
Mich verstoßen, Mutter dieser fünfe!«

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Wären Wolken Schnee, wären sie weggeschmolzen, wären's Schwäne, wären sie weggeflogen 0984

 

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Branntwein und eine Eisenfalle bringen den Fluss zum Verstummen

Die Elbe liegt erstarrt unter einer Decke aus schwerem Novemberdunst, das Wasser schlägt träge gegen verwitterte Ufermauern. In dieser Welt der Grautöne, wo der Geruch von Diesel und Moder die Luft schwängert, scheint die Zeit selbst an den rostigen Nieten eines uralten Dampfschiffs hängen geblieben zu sein. Es ist eine Szenerie, die den Atem anhält - ein schweigender Koloss, der sich gegen die Strömung stemmt, als würde er nicht nur Lasten, sondern die unerträgliche Schwere vergangener Jahrhunderte transportieren. Hier, im Schatten der Sandsteinfelsen, beginnt eine Reise, die weit über das Sichtbare hinausreicht und in die tiefsten Abgründe einer moralischen Verpflichtung führt. Was geschieht, wenn ein technisches Relikt mehr ist als nur Metall und Holz? Ein dunkles Vermächtnis haftet an den Planken, ein Versprechen, das Generationen überdauert hat und nun seine finale Einlösung fordert. In den engen Gängen und muffigen Kajüten manifestiert sich ein Grauen, das keine lauten Schreie braucht, sondern im leisen Rascheln verborgener Stoffe und im flüsternden Summen der Maschinen mitschwingt. Ein Mann, gezeichnet von einer Verantwortung, die er niemals freiwillig gewählt hat, steht vor dem Ende eines unerbittlichen Zyklus. Die Grenze zwischen Realität und Albtraum verschwimmt, während eine Beobachterin tiefer in ein Geflecht aus Schuld und unheimlicher Logik gerät, als sie es jemals für möglich gehalten hätte. Plötzlich offenbart sich die grausame Mechanik hinter der makellosen Fassade: Ein winziges Objekt aus grobem Eisen wird zum Zentrum eines existenziellen Konflikts. Es ist kein gewöhnlicher Gegenstand, sondern ein Pfand, das über Freiheit oder ewige Gefangenschaft entscheidet. Wenn die Welt der Fakten gegen die Macht eines jahrhundertealten Kontrakts verliert, bleibt nur die Frage, welchen Preis man bereit ist zu zahlen, um eine endlose Kette des Unheils zu sprengen. Kann die Vernichtung der physischen Form ausreichen, um eine Bindung zu lösen, die im Jenseits geschmiedet wurde? In der schwärzesten Rinne des Flusses, dort, wo das Wasser kein Licht mehr reflektiert, wartet eine Begegnung, die alles Bisherige infrage stellt. Doch während die Tiefe lockt, stellt sich die alles entscheidende Rätselfrage: Wird der Zusammenbruch des Siegels die Erlösung bringen oder nur den Weg für eine noch dunklere Präsenz ebnen, die am Ufer bereits ungeduldig ihre Kreise zieht? […] Mehr lesen >>>


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